Du musst vor der ersten Partie nicht jeden Sonderfall auswendig kennen. Entscheidend sind das Spielziel, die Zugweise der Figuren und die Sicherheit des eigenen Königs. Dieser Leitfaden baut diese Bausteine nacheinander auf.
In diesem Beitrag
Das Ziel: mattsetzen, nicht den König schlagen
Weiß beginnt, danach ziehen beide Seiten abwechselnd genau einmal. Du gewinnst, wenn der gegnerische König angegriffen ist und kein legaler Zug diesen Angriff mehr abwehrt. Das ist Schachmatt. Der König wird dabei nicht vom Brett genommen.
Ein Angriff auf den König heißt Schach. Du musst ihn sofort beantworten: den König auf ein sicheres Feld ziehen, die angreifende Figur schlagen oder eine eigene Figur dazwischenstellen. Nicht jede dieser Möglichkeiten existiert in jeder Stellung; einen Springerangriff kannst du beispielsweise nicht durch Dazwischenziehen abfangen.
Brett aufstellen und Felder lesen
Das Brett hat acht Reihen und acht Linien. Aus Sicht von Weiß liegt rechts unten ein helles Feld: h1. Die Buchstaben a bis h laufen von links nach rechts, die Zahlen 1 bis 8 von Weiß in Richtung Schwarz. Ein Feldname wie e4 ist deshalb für beide Personen eindeutig.
Auf der ersten Reihe stehen Turm, Springer, Läufer, Dame, König, Läufer, Springer und Turm. Weiß hat die Dame auf d1 und den König auf e1, Schwarz entsprechend auf d8 und e8. Davor stehen je acht Bauern. Die Merkhilfe „Dame auf eigener Farbe“ verhindert den häufigsten Aufstellungsfehler.
So ziehen die sechs Figurenarten
Mit Ausnahme des Springers darf keine Figur über andere Figuren hinwegziehen. Du darfst nicht auf ein eigenes besetztes Feld ziehen. Beim Schlagen ersetzt deine Figur eine gegnerische auf deren Feld; der Bauer hat dafür eine besondere Zugweise.
- König: ein Feld in jede Richtung. Ein angegriffenes Feld ist als Ziel verboten. Auch die beiden Könige dürfen deshalb nicht unmittelbar nebeneinander stehen.
- Dame: beliebig weit gerade oder diagonal, solange der Weg frei ist.
- Turm: beliebig weit waagerecht oder senkrecht.
- Läufer: beliebig weit diagonal. Ein Läufer bleibt dadurch immer auf derselben Feldfarbe.
- Springer: zwei Felder in einer Richtung und eines quer dazu. Er kann andere Figuren überspringen; nur das Zielfeld muss frei oder gegnerisch besetzt sein.
- Bauer: ein freies Feld vorwärts, vom Ausgangsfeld auch zwei freie Felder. Er schlägt ein Feld diagonal vorwärts und zieht niemals rückwärts.
Drei Sonderzüge verstehen
Rochade: Der König zieht von seinem Startfeld zwei Felder zum Turm, der Turm auf das übersprungene Feld. König und beteiligter Turm dürfen vorher nicht gezogen haben, der Zwischenraum muss leer sein. Der König darf weder im Schach stehen noch über ein angegriffenes Feld ziehen oder dort ankommen.
Umwandlung: Erreicht ein Bauer die letzte Reihe, wird er sofort Dame, Turm, Läufer oder Springer derselben Farbe. Du bist nicht auf zuvor geschlagene Figuren beschränkt.
En passant: Nach einem gegnerischen Bauerndoppelschritt kann ein passend danebenstehender Bauer diesen schlagen, als wäre er nur ein Feld gezogen. Das ist nur unmittelbar im nächsten Zug möglich und nur, wenn der eigene König sicher bleibt.
Patt ist kein Schachmatt
In der abgebildeten Stellung ist Schwarz am Zug. Der König auf h8 wird nicht angegriffen. Trotzdem ist jedes erreichbare Feld vom weißen König oder der Dame kontrolliert. Schwarz hat keinen legalen Zug: Die Partie endet durch Patt unentschieden.
Prüfe vor einem vermeintlich letzten Gewinnzug deshalb beides: Ist der Gegner im Schach, und hat er noch einen legalen Zug? Eine große Materialüberlegenheit genügt nicht, um ein Patt zu vermeiden.
Stellung als Text
Weiß: König f7, Dame g6. Schwarz: König h8. Am Zug: Schwarz.
So setzt GameFinder.pro die Regeln um
Unsere lokale Schachversion bietet Computergegner mit drei Stärken und zwei Menschen am selben Gerät. Die Online-Ausgabe nutzt einen privaten Live-Raum. Die eingestellte Zeitanzeige misst die Dauer; sie ist keine Turnieruhr mit ablaufender Bedenkzeit.
Die Browser-Version beendet eine dreifache Stellungswiederholung und die Fünfzig-Züge-Regel automatisch. Im FIDE-Turnierschach sind dies grundsätzlich Reklamationsfälle; automatische Grenzen liegen höher. Eine Erklärung der Turnierregeln darf deshalb nicht stillschweigend dieselbe Bedienung versprechen.
Zum Nachlesen: FIDE Laws of Chess (2023)